Reflexion einer gemeinsamen Zeit

Am Tisch sitzend wirken die letzten Stunden und Tage nach.

Hatte eine ganz wundervolle Zeit mit Lis, einer ganz lieben Freundin aus der Pfalz. Eine wundervolle Zeit… eine Zeit voller Wunder. Eine Begegnung nicht nur auf der physischen Ebene. Es ist so besonders, wenn man sich auch auf geistiger und seelischer Ebene begegnet und sich erkennt.

Lis ist eine ganz zauberhafte Kräuterfrau, mit eine unheimlich starken Verbindung zur geistigen Welt. Als ich noch in meiner Altheimat lebte, genoß ich schon sehr mit ihr durch die Wälder und Wiesen zu streifen und ihren Geschichten zu lauschen. Und auch unser jetziges Treffen, war  einfach wieder so bereichernd. Wir sind durch die Natur gestreift mit den Kindern, haben viel gelacht. Aber auch viele Dinge aus- und angesprochen, die das Herz berühren. Die Tage waren voll von inspirierenden Begegnungen und ich fühle mich einfach nur unsagbar dankbar.

Bevor Lis heute wieder weiter ihres Weges zog, waren wir noch in Fulda. Ich wollte ihr gerne noch etwas ganz Besonders mit auf ihre Reise geben… Und so waren wir auf dem Weg in die Michaels Kirche. Zuerst waren wir kurz im Dom. Er sieht prunkvoll aus, wirkt groß und mächtig. Ich liebe es sehr in Kirchen zu sein – fühle so gern HINEIN; jede fühlt sich so anders an, hat ihre ganz eigene Persönlichkeit. Was mir jedoch sehr fremd wirkt, ist der ganze Prunkt. Es fühlt sich für mich zu überladen an, einfach zu viel des Guten. Es ist „schön“, keine Frage. Der Schmuck schmeichelt dem Auge, man sieht die Mächtigkeit mit bloßem Auge und doch wirkt es für mich wie aufgesetzt. Es geht doch um MEHR, es geht nicht darum sich abzuheben…

Wenn ich mich an die Notre Dame in Paris erinnere, war es etwas anderes, sie ist groß und ich finde in ihr wird man sich so richtig bewusst, wie klein und unscheinbar man tatsächlich ist. Und doch fühlt man gleichzeitig Gottes Gnade. Als ich unter dem großen Lichtschatten der Fenster stand, liefen mir nur noch die Tränen vor lauter Ehrfurcht. Aber warst du schon mal in der Sacre Coeur? Gänsehaut… wenn du irgendwann in Paris bist, spüre hinein… es ist so besonders.

Zurück nach Fulda… und raus aus dem Dom. Laufen die Steintreppe hoch Richtung Michaels Kirche. Mein Körper reagiert mit Gänsehaut. Sie wirkt so klein und unscheinbar neben dem großen Dom. Die tiefe Eingangstür, nicht viel höher als ein großer Mann. Der kleine Eingangsbereich. Jede  steinerne Bodenplatte hat eine andere natürliche Farbe. Es fühlt sich an, als kehrt man „HEIM“. Die wenigen Reihen von Stühlen… nur ein paar Schritte trennen uns vom Altar. Wenig Schmuck. Nur Licht und sanftes Farbenspiel schmücken den Raum. Und ein Gefühl erwacht in mir, an der Quelle zu sein. Langsam laufen wir auf den Altar zu und mein Körper reagiert unweigerlich mit Gänsehaut. Eine Schulklasse ist gerade in der Kirche und ich steuere mit Lis direkt auf die Krypta zu, um der Führung zu entgehen und wieder in die Stille einzutauchen. Jede Stufe die nach unten führt, fühlt sich an, als ist man auf dem Weg in sein eigenes Inneres; seinen eigenen inneren heiligen Raum. Und da laufen sie schon… die Tränen. Und das innere Wissen ist da, Gott ist da, in jedem Augenblick, immer und für alle Zeit. Er ist in uns und wir sind in ihm. Wenn ich mir dessen bewusst bin, was brauche ich sonst mehr? Brauche ich einen „Raum“ in den ich gehe um mit ihm in Kontakt zu treten? Er ist doch in mir, ist immer da. Wo ich bin, ist der Schöpfer. Ich muss mich einfach nur daran erinnern. Ich GLAUBE und ich WEIß, WEIL ICH ES FÜHLE. Das ist „meine“ Wahrheit. Für mich ist der Glaube eine ganz persönliche und auch intime Sache. Hin und wieder fehlt da dem Einen oder Anderen das Verständnis für meine Sicht der Welt. Aber das ist ok, jeder darf seine eigene Wahrheit finden und auch leben. Was jedoch wichtig ist, dass wir den anderen lassen… in seiner Meinung, … seiner Wahrheit. Wollen wir einfach liebevoll und achtsam unseren Gegenüber und seine Grenzen annehmen mit einem offen Herzen – für einander.

Mit einem tief berührten Geist und einem bewegtem Herzen, Flammen entzündet (für die Menschen, die uns am Herzen liegen oder auch für die, die das Licht und die Liebe Gottes brauchen) verlassen wir die Michaels Kirche. Tränen trocknend in das Sonnenlicht und die Außenwelt zurück kehrend laufen wir nebeneinander her und ein Bild entsteht vor meinem geistigen Auge. Ich bin genau richtig an dieser Stelle und mir erschließt sich langsam das Bild, welches sich aus den Teilen allmählich zusammen fügt, welche ich schon seit über 17 Jahre zusammen trage. DANKE an ALLE die Teil meines Lebens sind. Egal ob es Menschen sind, die mir über die Hindernisse hinweg helfen die auf meinem Weg des Lebens erscheinen… oder die Menschen, die mir Steine in den Weg legen. Jeder dieser Steine bringt mich dem Himmel ein Stück näher und jeder Stein trägt dazu bei, dass etwas ganz Wundervolles entstehen kann.

Danke Lis, für die so besondere Zeit.

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