„Als ich mich selbst zu lieben begann“…

„Als ich mich selbst zu lieben begann…“ – Diese Worte begleiten mich nun schon ein paar Jahre.

Schon vor Jahren haben sie mich sehr berührt und auch jetzt treffen sie wieder mitten in mein Herz und rühren mich zu Tränen.

Ich habe soeben gerade etwas Pflichtarbeit hinter mich gebracht und die Unterlagen fürs Finanzamt fertig gemacht, es gab Zeiten, da hätte ich geflucht, heute weiß ich, dass mein Fluchen nichts ändern würde an der Situation, also lasse ich es gleich und erfülle diese Aufgabe ohne weitere Emotionen daran zu verschwenden. Und es geht mir sehr gut damit, es eben einfach zu tun, da es ansteht – Punkt.

Es gibt immer wieder Menschen, die sagen, dass man es sich zu einfach macht. Ich frage: „Warum macht ihr es euch so schwer…?!“

Gestern Abend kam ich zurück von Erlangen und war wieder sehr voll von Eindrücken von unseren intensiven Ausbildungswochenende. Es fühlt sich so unbeschreiblich an, wenn so viele Menschen zusammen kommen, die auf dem gleichen Weg sind. Menschen die mutig und stark sind um in den Spiegel zu blicken und auch sich selbst zu begegnen. Unser Lehrer Ralph stellte uns eine Frage: „Möchtest du dir selbst jeden Tag begegnen?“

Es gab Zeiten, da hätte ich sicher öfters den Notausgang aufgesucht um mir nicht selbst begegnen zu müssen. Aber heute kann ich ruhig in den Spiegel sehen und mir die Frage mit einer tiefen inneren Ruhe beantworten. Was ist mit dir? 

Nach meiner getanen Arbeit war ich gerade noch mal draußen. Es ist eine sternenklare Nacht und ich habe noch einmal zurück an das Wochenende gedacht, die Begegnungen, die Gespräche und auch Ralphs Worte wirkten noch nach. Ich bin sehr berührt und da kamen die Worte wieder in mein Bewusstsein zurück… und nun, möchte ich sie gerne mit dir teilen, vielleicht berühren sie dich ebenso wie mich….

 

Rede von Charlie Chaplin (16.04.1959)

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man „REIFE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es „BEWUSSTHEIT“.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute „HERZENSWEISHEIT“.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

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